Montag, 15. Juli 2013

La Paz - eine Stadt mit zwei Gesichtern

25.06. - 04.07.13
Die Fahrt nach La Paz dauerte ca. 12 Stunden und ging ueber Nacht. Sie war recht angenehm und da wir die ganze Zeit schliefen ging die Zeit auch schnell rum (ein hoch aufs Cama).
La Paz ist der Regierungssitz Boliviens. Mit einer Hoehe von 3200m bis 4100m ist die Stadt der hoechstgelengene Regierungssitz der Erde.
Anfangs wurde uns erzaehlt, dass La Paz nicht zu den schoenen Staedten gehoert. Davon wollten wir uns selbst ueberzeugen und machten eine kostenlose Stadtfuehrung. Diese startete an einem Plaza vor einem Gefaengnis. In diesem leben nicht nur Insassen sondern auch deren Angehoerige. Manche schon seit Generationen. Die Insassen muessen ausserdem fuer ihre Zelle zahlen (zur Freude des Steuerzahlers). Der Knast ist wie eine kleine Stadt. Die Insassen arbeiten, verkaufen selbstgemachte Ware und es gibt sogar Gefaengnisrestaurants.
Weiter ging es ueber den Mercado Central (es gibt ihn wirklich ueberall). Dritte Station war der Hexenmarkt (Mercado de Hechiceria). Hier gibt es alle moeglichen Kraeuter und Tinkturen zu kaufen. Z.B. ein Getraenk, das den Maennern die Lust auf Alkohol verderben soll. Der Renner bei den Ehefrauen. Hier gibt es auch die sogenannten Yatiri (Aymara Heiler), die einem die Zukunft aus Kokablaettern vorhersagen. Touris lassen sie aber abblitzen :(
Und das krasseste was angeboten wird sind verschrumpelte Lamafoeten. Wenn jemand ein neues Haus baut wird so ein Foetus unter der Tuerschwelle vergraben als Gluecksbringer.


Einer Legende nach ist bei groesseren Bauvorhaben ein Lamafoetus nicht genug. Es muessen Menschenopfer erbracht werden um Mutter Erde positiv zu stimmen. Im idealfall eine Frau und einen Mann. Den Erzaehlungen nach werden fuer diesen Zweck Obdachlose entfuehrt, getoetet und unter der Tuerschwelle vergraben.(die spinnen doch die Bolis)
Wir machten noch einen Zwischenstopp bei dem Regierungssitz und beendeten die Tour auf einem Aussichtspunkt.

Der Regierungssitz

Plaza de Palomas :)
Super Aussicht auf die Stadt



und da hier so viel Verkehr ist gibt es hier die netten Zebras, die dir ueber die Strasse helfen :)

Da ich (N) noch nicht wieder gesund war und es mir langsam auf den Sack ging, machten wir uns auf zu einem Arzt. Die Klinik war etwas ausserhalb und wir mussten eine halbe Stunde mit dem Taxi fahren.
Wie anfangs erwaehnt wurde uns erzaehlt, dass die Stadt nicht schoen ist, was fuer die Innenstadt auch stimmt. Doch die wenigsten Touris bekommen das aussenrum zu Gesicht. Auf der Taxifahrt sahen wir eine schoene Landschaft und eine tolle Aussicht auf den schneebedeckten Berg Illimani.





Die Klinik + Arzt machten einen guten Eindruck. Fuer den Doc schien unser Problem auch kein neues zu sein. Zitat: "The food here is not that clean like in Germany. Welcome to Bolivia!"
Er verschrieb mir fuer due naechsten 5 Tage Antibiotika. Uebrigens haben wir mit dem Arzt nur spanisch gesprochen. :)
Die naechsten 5 Tage war auskurieren angesagt. Die Tabletten haben super angeschlagen und mir geht es wieder gut. Jetzt ist es wirklich ueberstanden. Gott sei dank!!
Bevor wir weiter in den Dschungel wollten, schauten wir uns noch eine Besonderheit von La Paz an. Das Cholitas Wrestling.
Cholitas nennt man die einheimischen Frauen, die traditionelle Kleidung tragen. Und diese wrestlen bei dieser Show. Es war mega lustig und hat grossen Spass gemacht!

Ein Bild von Google. Hier in Bolivien gibt es sehr viele traditionelle Frauen







und er hier war mit Abstand am Besten :)






Mittwoch, 10. Juli 2013

Sucre - Vergiftung, Arbeit und ein super Hostel

07.06. - 24.06.13

Die Busfahrt nach Sucre war total eng aber dafuer landschaftlich sehr schoen.


Nach ca. 3 Stunden aus dem Fenster gucken (N) und lesen (K) (ja, ab und zu lese ich auch :)) erreichten wir die Hauptstadt Boliviens Sucre. Das Taxi war ruckzuck organisiert und kurze Zeit spaeter waren wir in unserem Hostel Quechua Inn. Wir wurden gleich an der Tuer von Ricardo, dem Besitzer empfangen. Nachdem er uns erzaehlte was es hier zu sehen gibt, schauten wir uns die Stadt an. Gleich vom ersten Moment an hat uns die Stadt gefallen. Es gibt einen grossen Park und mehrere Plazas, die gruen gehalten werden durch staendige Bewaesserung der Gaertnerinen mit ihren Roeckchen.





Im Jahr 1991 wurde die Altstadt von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt und gilt als eine der schoensten Staedte Suedamerikas (zurecht!). Ausserdem ist die Stadt fuer ihre Schokoladenspezialitaeten bekannt.


Teil unseres Rundganges war auch der Mercado Central, von dem ihr bestimmt schon gehoert habt. Eine riesige Halle in der sich ein Stand nach dem anderen reiht. Hier gibt es wirklich alles! Fruechte, Fleisch, Gemuese, Hygieneartikel, Kochzubehoer, Schuhe, Kleidung, Elektronikzeug und noch viel mehr. Ausserdem gibt es eine Etage in der Fruehstueck, Mittagessen und Abendessen angeboten wird. Zu lachhaften Preisen z. B. ein halber Teller Reis, 3 Scheiben Fleisch, Kartoffeln und Sosse fuer 80 Cent. Da freut sich jeder Sparfuchs. Und geschmekt hats auch. Kochen ist hier teurer.
Aber was ich (N) an Geld sparen konnte musste ich spaeter mit Schmerzen bezahlen.
Nach unserem zweiten Essen im Mercado Central fuehlte ich schon, dass etwas nicht stimmt. Nachts fing es dann an. Duennschiss und Kotzerei. Herzlichen Glueckwunsch!
Ricardo war sehr hilfsbereit und wir konnten gleich in ein Doppelzimmer (krank im Dorm ist nicht so cool).
Das war auch gut so, denn die Schmerzen wurden immer unertraeglicher. Ricardo bot uns auch an den Krankenwagen zu rufen, doch wir entschieden uns erstmal fuer die Farmacia. Die Verkauferin war nicht sehr ueberrascht, Lebensmittelvergiftungen sind hier son Touriding. Wir haben halt nicht so ein Schweinemagen wie die Bolis :)
Die Tabletten halfen ein bisschen aber trotzdem wechselte ich regelmaessig zwischen Bett und Klo.
Mit mir war echt nichts anzufangen und ich wollte nur nach Hause. Zum Glueck kuemmerte sich K super um mich und dank ihm ging es mir nicht ganz so schlecht. Fuer alles was er in dieser Zeit fuer mich gemacht hat bin ich ihm sehr dankbar!!

Da ich (K) waehrendessen auch eine Beschaeftigung brauchte ging ich einfach mal auf Jobsuche. Bolivien ist auf einer Hitliste der Touristenunfreundlichsten Laender auf Platz 1. Das kann ich so nicht bestaetigen. Die Leute hier waren alle sehr hilfsbereit bei der Suche.
Nach ein paar Versuchen bekam ich ein Job bei einer Travelagency als Promoter d.h. auf die Strasse gehen, Touris jagen und sie zur Agency bringen. Fuer jede Tour, die auf meine Empfehlung verkauft wurde bekam ich 10 %.
Der Job hat Spass gemacht. Ich hab etwas Geld verdient, mein spanisch und englisch trainiert und hab ohne Ende Leute kennengelernt.

Nach ca. 10 Tagen fuehlte ich (N) mich schon besser und konnte am Leben wieder teilnehmen. Und das hies auch zurueck ins Dorm!
Ich dachte, jetzt ist es ueberstanden, doch falsch gedacht. An dem Tag an dem wir eigentlich  nach La Paz weiter wollten bekam ich Fieber und fuehlte mich wieder schlecht. Die Weiterfahrt musste also verschoben werden.
Nach weiteren 2 Naechten im Quechua Inn haben wirs dann endlich nach La Paz geschafft.

Der Eingang in die Mercado Central Hoelle :)
Total schoene Aussicht auf Sucre. Das rote Haus ganz vorne ist unser Hostel
  
Ein Strassenmarkt

Montag, 8. Juli 2013

Potosi und die Minen

02.06. - 06.06.13

Potosi ist mal wieder UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt liegt am Cerro Rico, einem Berg in dem vor langer Zeit Silber gefunden wurde. Heute ist es die groesste Silbermine der Welt. Allerdings sind die Vorkommen heute erschoepft weshalb nach anderen Erzen gegraben wird.
In der Stadt wimmelt es von Agenturen, die Touren durch diese Minen anbieten. Wir hatten uns lange ueberlegt ob wir die Tour machen sollen. Die Arbeitsbedingungen in der Mine sind menschenunwuerdig, schon Kids im Alter von 9 schuften dort fuer einen nicht nennenswerten Lohn. Innen gibt es keinerlei Sicherheitsvorkehrungen. Die Schaechte sind eng und kaum belueftet. Auch Unfaelle durch Explosionen oder z. B. Steinschlaege sind keine Seltenheit. Viele Arbeiter ueberleben diese Arbeit keine 10 Jahre und sterben bei Unfaellen, an einer Quarzstaublunge oder werden vermisst. Wegen all der moeglichen Gefahren muss man im Vorfeld eine Erklaerung unterschreiben, die die Agentur von jeglicher Haftung fuer Krankheiten, Verletzungen oder Tod entbindet.

Cerro Rico


Letztendlich entschieden wir uns doch fuer die Tour denn auch von Einheimischen wurde sie uns empfohlen.
Die Tour begann auf dem Strassenmarkt der Bergarbeiter. Hier kauften wir kleine Geschenke fuer die Minenarbeiter auch "Mineros" genannt. Beliebt sind Saefte und Kokablaetter. Der Markt ist auch der einzige der Welt an dem Dynamit legal und frei verkaeuflich fuer jeden zu haben ist. Auch fuer Touris. Danach wurden wir mit Sicherheitskleidung minentauglich gemacht, stiegen in den Bus und fuhren zum Cerro Rico.



Das an der Wand ist Lamablut. Es soll den Mineros Glueck bringen
Der Eingang

noch mehr Lamablut
Mit unserem Guide vorm Eingang. Jetzt kanns losgehen





3 Leitern gings auch noch hoch
Der Tio


Das ist der Tio, eigentlich ein Teufel aber fuer die Mineros ein Gott, der sie beschuetzt. Die Mineros geben Opfergaben an den Tio in Form von Zigaretten die sie ihm in den Mund stecken und Kokablaettern. Das Ritual wird sehr ernst genommen. Jeden ersten Freitag im Monat gehen sie zu ihm und bitten ihn um Schutz, Gesundheit, Geld, usw. Jeden letzten Freitag im Monat gehen sie zu ihm um sich zu bedanken. Hier kommen auch die Mineros zusammen um zu relaxen und Alkohol zu trinken. Aber kein Whyski oder so sondern ausschliesslich dieses Zeug

Teufelszeug

96 %iger Alkohol, den wir auch mal probieren durften.

Nach 1,5 Stunden in der Mine waren wir froh wieder Tageslicht zu sehen.

Gott sei dank, der Ausgang!!


Unsere Geschenke sind wir losgeworden doch das merkwuerdige Gefuehl diesen Leuten dabei zuzusehen wie sie sich halbtot schuften waehrend wir ueberall "klick klick" mit der Cam machten, ist noch ein weilchen geblieben. Die Mineros selbst waren alle freundlich und freuten sich ueber die Geschenke. Und wahrscheinlich sind sie auch froh, dass immer wieder Touris kommen die etwas zu trinken oder zu essen fuer sie haben.
Eins muss man ganz deutlich sagen:
Vollsten Respekt fuer die Mineros und fuer das was sie auf sich nehmen, um sich und ihre Familie zu ernaehren. 

Eine rasante Busfahrt

01.06.13

Der Bus nach Potosi ging um halb 10. Wir stiegen in eine der Drecksschleudern und los gings. Umweltbewusstsein fehlanzeige. Die Bolivianer fahren noch schlimmer Bus als die Argentinier. Vollgas, hupen, vollgas, hupen usw.
Die Strecke an sich war bergig un d landschaftlich total schoen. Ueberall waren Alpakas oder wie wir sie nennen Patschakas zu sehen. Eins lustiger als das andere.

http://bolivien.pitsch-aktiv.de/Bilder_klein/lama/IMGP2681.jpg
Ist ein Bild von Google. Haben leider noch keins vor die Linse bekommen :(


 Nach 4 Stunden Huperei kamen wir in Potosi an, die hoechstgelegene Grossstadt der Welt (4000m)


Hier kommt man schnell aus der Puste und die Hoehe ist auch gewoehnungsbeduerftig. Doch mit ein paar Kokablaettern kein Problem. Eine kleine Tuete kostet hier 45 cent.

Wir erkundeten noch ein bisschen die Stadt und lernten nette Einheimische kennen, mit denen wir Wein tranken. Dank unseres Spanischkurses konnten wir uns gut mit ihnen unterhalten und all ihre neugierigen Fragen beantworten.


Mhhhhhh lecker!! :)
ein lustiges Bild an einer Hauswand