Montag, 8. Juli 2013

Potosi und die Minen

02.06. - 06.06.13

Potosi ist mal wieder UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt liegt am Cerro Rico, einem Berg in dem vor langer Zeit Silber gefunden wurde. Heute ist es die groesste Silbermine der Welt. Allerdings sind die Vorkommen heute erschoepft weshalb nach anderen Erzen gegraben wird.
In der Stadt wimmelt es von Agenturen, die Touren durch diese Minen anbieten. Wir hatten uns lange ueberlegt ob wir die Tour machen sollen. Die Arbeitsbedingungen in der Mine sind menschenunwuerdig, schon Kids im Alter von 9 schuften dort fuer einen nicht nennenswerten Lohn. Innen gibt es keinerlei Sicherheitsvorkehrungen. Die Schaechte sind eng und kaum belueftet. Auch Unfaelle durch Explosionen oder z. B. Steinschlaege sind keine Seltenheit. Viele Arbeiter ueberleben diese Arbeit keine 10 Jahre und sterben bei Unfaellen, an einer Quarzstaublunge oder werden vermisst. Wegen all der moeglichen Gefahren muss man im Vorfeld eine Erklaerung unterschreiben, die die Agentur von jeglicher Haftung fuer Krankheiten, Verletzungen oder Tod entbindet.

Cerro Rico


Letztendlich entschieden wir uns doch fuer die Tour denn auch von Einheimischen wurde sie uns empfohlen.
Die Tour begann auf dem Strassenmarkt der Bergarbeiter. Hier kauften wir kleine Geschenke fuer die Minenarbeiter auch "Mineros" genannt. Beliebt sind Saefte und Kokablaetter. Der Markt ist auch der einzige der Welt an dem Dynamit legal und frei verkaeuflich fuer jeden zu haben ist. Auch fuer Touris. Danach wurden wir mit Sicherheitskleidung minentauglich gemacht, stiegen in den Bus und fuhren zum Cerro Rico.



Das an der Wand ist Lamablut. Es soll den Mineros Glueck bringen
Der Eingang

noch mehr Lamablut
Mit unserem Guide vorm Eingang. Jetzt kanns losgehen





3 Leitern gings auch noch hoch
Der Tio


Das ist der Tio, eigentlich ein Teufel aber fuer die Mineros ein Gott, der sie beschuetzt. Die Mineros geben Opfergaben an den Tio in Form von Zigaretten die sie ihm in den Mund stecken und Kokablaettern. Das Ritual wird sehr ernst genommen. Jeden ersten Freitag im Monat gehen sie zu ihm und bitten ihn um Schutz, Gesundheit, Geld, usw. Jeden letzten Freitag im Monat gehen sie zu ihm um sich zu bedanken. Hier kommen auch die Mineros zusammen um zu relaxen und Alkohol zu trinken. Aber kein Whyski oder so sondern ausschliesslich dieses Zeug

Teufelszeug

96 %iger Alkohol, den wir auch mal probieren durften.

Nach 1,5 Stunden in der Mine waren wir froh wieder Tageslicht zu sehen.

Gott sei dank, der Ausgang!!


Unsere Geschenke sind wir losgeworden doch das merkwuerdige Gefuehl diesen Leuten dabei zuzusehen wie sie sich halbtot schuften waehrend wir ueberall "klick klick" mit der Cam machten, ist noch ein weilchen geblieben. Die Mineros selbst waren alle freundlich und freuten sich ueber die Geschenke. Und wahrscheinlich sind sie auch froh, dass immer wieder Touris kommen die etwas zu trinken oder zu essen fuer sie haben.
Eins muss man ganz deutlich sagen:
Vollsten Respekt fuer die Mineros und fuer das was sie auf sich nehmen, um sich und ihre Familie zu ernaehren. 

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